Die Methode
Was ist Strukturelle Integration?
Manuelle Körperbehandlung mit dem Ziel, den Körper bestmöglich in der Schwerkraft auszurichten. Dadurch wird er leichter und ökonomischer — Fehlbelastungen wird vorgebeugt, Schmerzen, Abnutzung und Verletzungen nehmen ab.
Drei Ebenen
Woran wir arbeiten
Funktionelle Arbeit
Psychobiologische Arbeit
Der Aufbau
Die zehn Sitzungen
Die Behandlung ist in zehn Sitzungen aufgebaut. Jede baut auf der vorherigen auf, und jede stellt eine zentrale Frage. Der genaue Ablauf richtet sich nach dir und deinem Fortschritt — auch die Abstände zwischen den Sitzungen variieren, je nach Gewebequalität, Wahrnehmungsfähigkeit und Verlauf.
1 Umfassende Atmung
Wie beeinflusst die Struktur von Schulter- und Beckengürtel die Atmung?
2 Verbindung zum Boden
Wie wird die Körperunterstützung von den Füssen und Beinen hergestellt?
3 Länge im Körper
Wie kann die Verlängerung und Dekompression der Wirbelsäulenschwingungen erreicht werden?
4 Offenheit im Beckenboden
Wie kann die Unterstützung der inneren Mittellinie über die Innenseite der Beine und den Beckenboden erreicht werden?
5 Innere Aufrichtung
Wie kann die innere Aufrichtung über die Vorderseite des Körpers gefördert werden?
6 Den Rücken atmen lassen
Wie kann die innere Aufrichtung über die Rückseite des Körpers unterstützt werden?
7 Den Kopf frei machen
Wie können Kopf und Nacken die Veränderungen im Körper aufnehmen und integrieren?
8–10 Integration
Integration der Veränderungen über alle Körpersegmente hinweg sowie Arbeit in Bereichen, die die Veränderungen noch nicht vollständig integriert haben. Ab der zehnten Sitzung setzen wir die Integration und den Transfer fort — das Gelernte pflegen, aufrechterhalten und festigen.
Grundlagen
Was sind Faszien?
Faszien sind Bindegewebe, das den gesamten Körper durchzieht und umhüllt. Sie umgeben Muskeln, Knochen, Nerven, Organe und Blutgefässe und geben dem Körper Struktur und Form. Sie sind mehr als eine Hülle: Sie sind an Bewegungsabläufen beteiligt, ermöglichen das reibungslose Gleiten der Muskeln und tragen zu Haltung und Stabilität bei.
Faszien bestehen hauptsächlich aus Kollagen- und Elastinfasern, was ihnen Zähigkeit und Elastizität verleiht. Sie bilden ein zusammenhängendes Netzwerk durch den ganzen Körper — wesentlich nicht nur für die Mechanik, sondern auch für Signalübertragung, Stoffwechsel und Wasserverteilung.
Bei Verletzungen, Überbelastung, mangelnder Bewegung oder nach Operationen können Faszien verkleben oder verhärten. Das führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und anderen Beschwerden. Strukturelle Integration löst diese Verklebungen und verbessert die natürliche Beweglichkeit.
Einblick
Wie die Arbeit aussieht
Grundlagen
Warum die Schwerkraft so wichtig ist
Die Methode zielt darauf ab, den Körper so auszurichten, dass er in Harmonie mit der Schwerkraft steht. Eine gut ausgerichtete Struktur erfährt die Schwerkraft nicht als belastende Kraft, sondern nutzt sie — Bewegungen werden effizienter und kosten weniger Anstrengung.
Ist der Körper schlecht ausgerichtet, müssen die Muskeln mehr leisten, um gegen die Schwerkraft zu arbeiten. Das führt zu Verspannungen, Schmerzen und Ermüdung. Eine desorganisierte Struktur begegnet dieser Herausforderung, indem sie zusätzliche Stützsysteme aufbaut: Verdickungen und Verkürzungen des Bindegewebes, die selbst wieder Verspannungen und chronische Schmerzen verursachen können.
Gesunde, gelöste Faszien bringen den Körper ins Lot und verhelfen zu mehr Beweglichkeit, freier Atmung, aufrechter Haltung, Stabilität und Leichtigkeit, erweiterter Körperwahrnehmung und einer Förderung der Selbstheilungskräfte.
Für wen
Für wen ist Strukturelle Integration?
Für Personen jeden Alters, die ihre Körperhaltung verbessern, Schmerzen lindern und ihr körperliches Wohlbefinden steigern möchten — bei muskulären Verspannungen, Bewegungseinschränkungen, chronischen Schmerzen oder generellem Stressabbau. Ebenso für Sportler:innen, die ihre Leistungsfähigkeit optimieren oder Verletzungen vorbeugen wollen.
Beschwerden, mit denen Klient:innen kommen
- Steifer Nacken
- Rückenschmerzen, Skoliose und Bandscheibenvorfälle
- Schulterbeschwerden
- Knieschmerzen
- Fersensporn und Fasciitis plantaris
- Beckenschiefstand
- Haltungsschäden durch langes Sitzen
- Migräne
- Verdauungsstörungen
- Narbengewebe
- Nachbehandlung von Unfällen
Was sich verändern kann
- Verbesserung von Körperhaltung und Körperausrichtung
- Reduzierung muskulärer Verspannungen und Schmerzen
- Erhöhte Beweglichkeit und Flexibilität
- Unterstützung bei der Rehabilitation von Verletzungen
- Stressabbau und Entspannung
- Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der Körperwahrnehmung
- Optimierung der Leistungsfähigkeit bei Sportler:innen
- Vorbeugung von Verletzungen durch verbesserte Körpermechanik
Geschichte
Ida P. Rolf
Ida P. Rolf (1896–1979) war die Begründerin der Methode der Strukturellen Integration, auch bekannt als Rolfing®. Als eine der ersten Frauen erlangte sie 1920 an der Columbia University in New York einen Doktortitel in Biochemie und Physiologie und arbeitete lange in der Forschungsabteilung des Rockefeller Instituts.
Nachdem sie selbst unter Beschwerden im Brustwirbelbereich litt und keine zufriedenstellende Lösung fand, begann sie, alternative Behandlungsmethoden zu erforschen. Ihre Reise nach Kalifornien und die Begegnung mit einem Osteopathen prägten ihre Sicht auf manuelle Therapien nachhaltig.
Sie entwickelte einen neuen Ansatz, den menschlichen Körper in Bezug zur Schwerkraft zu betrachten, und erkannte die Bedeutung der optimalen Anordnung von Körperelementen für das Wohlbefinden. Daraus entstand die Strukturelle Integration — eine Methode, die die menschliche Struktur harmonisch in die Schwerkraft integriert. Ihre Arbeit beeinflusste Therapeut:innen weltweit und führte zur Gründung des Rolf Institute of Structural Integration.